Junge Forschende des Ruhrtal‑Gymnasiums in Schwerte setzten erfolgreich ein wissenschaftliches Experiment um. Gemeinsam mit ihren Lehrkräften planten, bauten und starteten die Schülerinnen und Schüler eine Wetterballon‑Mission, die Messungen in der Stratosphäre möglich machte.

Von Lius
Das Ruhrtal Gymnasium erreicht unerwartete Höhen
Die Schulgemeinschaft des Ruhrtal Gymnasiums in Schwerte versammelte sich morgens gegen neun Uhr auf dem Schulhof, um den Start des Wetterballons zu erleben, der zur Erkundung der Stratosphäre abhebt. Fünf Monate lang planten die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften Herrn Walter, Frau Weise und Frau Schöppner die Experimente, tüftelten an der Sonde und dem GPS-Signal.
Experimente an Bord des Wetterballons
Lius erklärt den Aufbau der Sonde: „Hier befindet sich das Chemieexperiment, eine Kartoffel, die wir in eine Kaliumiodid‑Lösung getunkt haben, um an der Verfärbung messen zu können, wie hoch der Ozongehalt oben in der Stratosphäre ist“, sagt er und deutet auf ein Gestell, auf dem eine in Draht eingewickelte Kartoffel liegt. Sie sieht normal aus, soll sich aber hoffentlich bald braun verfärben. „Und hier am hinteren Teil haben wir das Bio- Experiment mit Kleinstlebewesen und Pflanzen. Wir wollen sehen, wie sie die UV-Strahlung verkraften“, erklärt er und deutet auf eine kleine durchsichtige Box am hinteren Ende der Sonde
Im Inneren der Sonde befindet sich ein Datenlogger, der während des Fluges z.B. den Luftdruck, die Temperatur und die Höhe aufzeichnet. Der Wetterballon steigt immer höher, während der Wind ihn in Richtung Geisecke weht. Schon machen sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8C und 8D wieder ans Werk. Eine kleine Gruppe aus Jugendlichen und Lehrern verfolgt den Ballon, der über das Sauerland Richtung Winterberg zieht.
Erfolgreiche Bergung der Sonde
Nach vier Stunden sind sie an dem Ort, wo der Wetterballon seit einer Stunde auf die Helden wartet. Erleichtert entdecken sie den roten Fallschirm an einem kleinen Baum hängend. Sie haben Glück: er ist in dem kleinsten Baum gelandet, und die Sonde hängt knapp über dem Boden. Nach ein paar Fotos und ersten kurzen Auswertungen steigt die Gruppe wieder in den Kleinbus und begibt sich auf den Rückweg. Alle sind erleichtert, dass der Wetterballon eine Höhe von 38.000 Metern erreicht hat und wie geplant geplatzt ist, obwohl der Tracker während der Suche deutlich niedrigere Höhen angezeigt hatte.
